Geowissenschaftlicher Arbeitskreis – das Jubiläumsjahr “50 Jahre Universität Bremen”

Geowissenschaftlicher Arbeitskreis
Geowissenschaftlicher Arbeitskreis

Bis auf weiteres findet der Geowissenschaftliche Arbeitskreis als Youtube-Stream statt. Genauere Informationen finden sie bei den Terminen. Im Geowissenschaftlichen Arbeitskreis bietet der Fachbereich 5 in der Regel am zweiten Donnerstag eines Monats (aus der Terminübersicht sind mögliche Abweichungen ersichtlich), jeweils ab 19 Uhr interessierten Laien den Zugang zu Geologie, Paläontologie und Mineralogie. Die Treffen dienen dem Erfahrungsaustausch untereinander und ermöglichen es an einen Fachmann Fragen zu richten. Sie bieten somit Neulingen die Möglichkeit einen leichten Einstieg in diese Thematik zu bekommen. Darüber hinaus werden Exkursionen mit fachlicher Betreuung angeboten, zu denen auch die Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins Bremen e.V. und andere Teilnehmer herzlich willkommen sind. Zentrales Element der Veranstaltung ist jeweils ein allgemeinverständlicher Vortrag.

Im Jahr 2021 feiert die Universität ihren 50-jährigen Geburtstag und der Arbeitskreis – als Bremer Brücke in die geointeresierte Öffentlichkeit – feiert mit. Der digitale Arbeitskreis gibt uns nun auch eine Chance die Menschen weit ausserhalb Bremens zu erreichen – wir freuen uns auf Sie!

Eine weitere Möglichkeit für Laien sich über Fossilien und Mineralien zu informieren ist die Homepage der Bremer Fossilien & Mineralienfreunde. Hier kann man auch andere Veranstaltungen im Raum Bremen zu diesem Thema finden.

6. Mai 2021 19:20

Dozent: Werner Liebenberg
Goethe war als Berater des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828) auch für Universitäten und im Bergbau zuständig. Dieses war ein Grund, daß er sich intensiv mit der Geologie und dem Bergbauwesen beschäftige. In diesem Zusammenhang unternahm er drei Harzreisen, auf denen er Bergwerke besuchte und Mineralien und Gesteine sammelte. Die Stationen dieser Harzreisen soll dieser Vortrag nachvollziehen und aus heutiger Sicht betrachten.

15. April 2021 19:20

Dozent: Harald Rohe
Der späteste Jura und die früheste Kreide sind in Niedersachsen in der Regel schlecht aufgeschlossen. Dadurch ist zwar die generelle Abfolge der Schichten bekannt, der Fossilinhalt jedoch nur eher schlecht. Ausnahmen sind zum Beispiel die Dinosaurierspuren aus dem Naturdenkmal Münchehagen. Diese Gesteinsschichten lassen jedoch noch einen weit detaillierteren Einblick in die Landökosysteme jeder Zeit zu, die neben riesigen Reptilien noch viel mehr zu bieten hatten. Die kleinen Fossilien von denen in diesem Vortrag berichtet wird sind mindestens genauso spannend – gemeint ist die aus Deutschland bisher fast unbekannte fossile Insektenwelt jener Zeit. Der Vortrag gibt einen ersten Einblick in diese bislang wissenschaftlich fast unbearbeitete Thematik.

März 2021

Dozent: Prof. Dr. Jens Lehmann
Der Begriff Wealden bezeichnet festländische Sedimente der Unterkreidezeit. Sie wurden im Süß- und Brackwasser von Flussauen oder auch in Lagunen abgelagert. Der Begriff leitet sich vom Namen der südenglischen Landschaft Weald ab. Spannend am Wealden sind nicht nur dessen dynamische Ablagerungsbedingungen sondern auch seine Fossilien. Dieses sind zum Beispiel Pflanzen, Schildkröten, Haie, Krokodile. Besonders herausragend sind vor allem Fährten von Dinosauriern und deren Knochen. Die bedeutendsten Dinosaurierfunde Europas stammen aus dem Wealden.

Februar 2021

Dozent: Prof. Dr. Jens Lehmann
In der zweiten virtuellen Reise nach Cornwall soll es hauptsächlich um die Sedimentgesteine des Karbons gehen. Für die Zeit des Karbons sind in Mitteleuropa vor allem Sumpfwälder, und die daraus resultierende Kohle, ein zentrales Thema. An den steilen Küsten im Norden Cornwalls finden sich dagegen fast überhaupt keine kohligen Gesteinslagen in den von der Erosion angenagten Steilklippen, vielmehr bestehen die Sedimentschichten hier aus Sandsteinen bzw. Grauwacke genannten Gesteinen. Diese wurden im Meer aber auch in Brack- bzw. Süßwasserseen abgelagert. Das Gestein enthält mitunter interessante Spurenfossilien und selten auch fossile Fische.

Januar 2021

Dozent: PD Dr. Frank Lisker
Cornwall – das steht für englische Riviera, romantische Strände, steile Klippen, üppige Gärten, düstere Moore und Rosamunde Pilcher. Die idyllischen Landschaften der Grafschaft resultieren aus einer Geologie, die von der Variszischen Orogenese geprägt wurde – einer Gebirgsbildung, die vor 400-250 Millionen Jahren auch das Erzgebirge, den Harz und weite Teile Süd- und Westdeutschlands beeinflusste. In Cornwall führte sie zur Platznahme großer Granitkomplexe, deren Erze für mehrere Jahrhunderte eine wichtige Grundlage für den Reichtum Englands bildeten. Besonders in das Auge fallen aber die spektakulären Falten der cornischen Steilküsten, die in keinem seriösen Lehrbuch der Tektonik fehlen dürfen.

Vorträge des Geowissenschaftlichen Arbeitskreises: