Meeressaurier

Omphalosaurus peyeri GSUB V1427
Omphalosaurus peyeri GSUB V1427

Omphalosaurus war ein im Meer lebendes Reptil und wahrscheinlich ein Vorfahre der Fischsaurier, die auch Ichthyosaurier genannt werden. Omphalosaurus lebte in der Zeit der Mittleren Trias, vor knapp 240 Millionen Jahren, und somit gut 10 Millionen Jahre vor den ersten Dinosauriern. Über die Evolution von Omphalosaurus ist wenig bekannt. Lediglich aus Nevada, Spanien, Österreich und von Spitzbergen waren bis vor kurzem überhaupt Fossilien dieser Saurier bekannt. Jeder Knochenfund eines solchen Tieres ist deshalb wichtig für die Erforschung ihrer Entwicklung.

Omphalosaurus peyeri GSUB V1427

Die Bremer Sammlung besitzt einen Kieferknochen aus dem Schaumkalk von Rüdersdorf, östlich von Berlin. Dieses Fossil ist das Erste, welches von dieser Art beschrieben wurde. Wahrscheinlich ähnelte das Tier in seiner Körperform einem heutigen Delphin, war mit einer Körperlänge von etwa 150 cm aber kleiner. An dem Fossil sind runde Knopfzähne erkennbar mit denen das Tier in der Lage war auch harte Schalen von Muscheln und Armfüßern zu knacken, von denen es sich wahrscheinlich ernährte. Dieses passt gut zu den Vorstellungen vom Lebensraum des Tieres. Durch Untersuchungen des Gesteins in dem der Bremer Saurier verborgen war fand man heraus, dass der heute zu Gestein gewordene Meeresboden im unmittelbaren Küstenbereich des Meeres abgelagert wurde

Lebensraum und Verbreitung des Bremer Omphalosaurus

Omphalosaurus peyeri GSUB V1427

Die Geowissenschaftliche Sammlung besitzt den Holotypus zu Omphalosaurus peyeri, einer von Maisch & Lehmann (2002) neu beschrieben Art. Omphalosaurus peyeri unterscheidet sich von anderen Arten von Omphalosaurus durch den Besitz nur einer funktionellen Zahnreihe. Dies macht es wahrscheinlich, dass die evolutiv basalste der bisher bekannten Omphalosaurus-Arten vorliegt.
Das Stück wurde bereits 1903 vom Naturwissenschaftlichen Verein gestiftet, erst 1913 erfolgte aber die Erfassung in den Katalogen des damaligen Naturkundemuseums der Stadt Bremen. Bis in das Jahr 2001 wurde das Fossil für ein Kieferfragment des Pflasterzahnsauriers Placodus gehalten. Diese Fehlbestimmung liegt bei oberflächlicher Betrachtung der Zähne nahe. Die Zähne vom Omphalosaurus zeigen jedoch, im Gegensatz zu denen des Placodus, eine Oberfläche mit der Struktur einer Orangenschale.

Der Schaumkalk von Rüdersdorf (Streichan 1990) wird als eine Ablagerung des unmittelbaren Küstenbereiches angesehen, die teilweise sogar trocken fiel (Zwenger 1985). Dieses fügt sich in die Vorstellungen eines sehr flachen Epikontinentalmeeres, der Norddeutschen Senke ein, die während der frühen Mitteltrias bestand. Der Bremer Omphalosaurus lebte demnach im unmittelbaren Küstenbereich. Die fleckenhafte Verbreitung von Omphalosaurus in Norddeutschland, Nevada, Spanien, Österreich und auf Spitzbergen ist auffällig. Zumindest in Norddeutschland lebte mit Tholodus noch ein weiterer Omphalosauride zeitgleich mit Omphalosaurus, dessen Fossilien sind aber ebenfalls sehr selten.

Literatur:

  • Maisch, M. W. & J. Lehmann (2002): A new basal omphalosaurid from the Middle Triassic of Germany. – Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Monatshefte 2002(9): 513-525.
  • Streichan, H.-J. (1990): Der Rüdersdorfer Muschelkalk. – In: Weidert, W.-K. (Hrsg.): Klassische Fundstellen der Paläontologie – Band II Korb, Goldschneck-Verlag, 66-77.
  • Zwenger, W. H. (1985): Mikrofaziesuntersuchungen im Unteren Muschelkalk von Rüdersdorf. – Wissenschaftliche Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Reihe 34(4): 17-20.